Großer Andrang beim Gespräch mit der Sozialdemokratie!

Unter dem Titel „Industrie 4.0, Jobmaschine oder Jobvernichterin?“ lud die SPÖ Villach am 11. Oktober 2016 zu einem „Gespräch mit der Sozialdemokratie“ ein. In den mit über 150 Besucherinnen und Besuchern bestens besuchten Drausälen des „Holiday Inn“ informierten unter der kompetenten Leitung von Gemeinderätin Irene Hochstätter-Lackner, Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr.in Gaby Schaunig, sowie die Hauptreferentin des Abends, Mag.a Dr.in h.c. Monika Kircher (Senior Director der Infineon Technologies Austria AG).

Hypo/Heta, Industrie 4.0 und der Großglockner

In ihrer Ansprache lies Schaunig noch einmal das Hypo-Debakel Kärntens Revue passieren und endete in ihrer Ausführung mit den Worten von Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser: „Uns ist jetzt der Großglockner vom Herzen gefallen.“ Das Land Kärnten hat nun wieder eine Zukunft, die Rückzahlungen werden eine schaffbare Belastung und Herausforderung für alle Kärntnerinnen und Kärntner sein.
Zum Hauptthema des Abends äußerte sich die SPÖ-Politikerin mit den Worten, dass man den Anschluss an Veränderungsprozesse nicht verlieren dürfe, und jetzt noch die Chance habe, die Zukunft aktiv mitzugestalten. Der Mikroelektronikcluster „Silicon Alps“ (Steiermark, Kärnten und Bund), mit Sitz in Villach ist hierbei schon ein guter Anfang. Des Weiteren müsse man viel mehr Klein- und Mittelbetriebe als Zulieferanten für den Reinraum gewinnen – ein Vorhaben, an dem gerade intensiv gearbeitet wird. Zum Abschluss ihrer Ansprache sprach Schaunig auch noch den ethischen Aspekt von „Industrie 4.0“, als „vierter industrieller Revolution an“.

Digitalisierung und gesellschaftliche Änderungsprozesse

Die Hauptreferentin des Abends, Mag.a Dr.in h.c. Monika Kircher, stößt sich in ihrem Vortrag schon zu Beginn am Begriff „Industrie 4.0“, welcher erstmals im Jahr 2011 auf der Industriemesse in die Öffentlichkeit getragen wurde. Vielmehr sollte man hier über Digitalisierung sprechen, so Kircher. Wenn man den Entwicklungen dieser „vierten industriellen Revolution“ gerecht werden möchte, müsse man viele Hausaufgaben erledigen und Hürden überwinden. Die ehemalige Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG sprach explizit mehrere Punkte an, die hierbei ins Auge gefasst werden müssen.
Zuerst einmal sollte in die infrastrukturelle Entwicklung investiert werden – unter anderem in das Datennetz und in verlässliche Energienetze. Das Datennetz sowie das Energienetz sollten flächendeckend ausgebaut werden. Für die Digitalisierung benötigt man ein Netz im Gigabytebereich, wofür mit einer Investition von 100 Millionen Euro jährlich gerechnet werden muss. Im Bereich des Ausbaus der Energienetze sprach Kircher von einem Ausbau beziehungsweise der Errichtung von Überlandnetzen, damit eine weitere Investition von großen Technologiekonzernen auch weiterhin gewährleistet bleibt.
Zum Zweiten muss eine Neuausrichtung der Bildungspolitik forciert werden. Wir müsse laut Kircher ein lebenslanges Lernen forcieren, dafür sorgen, dass die Menschen das Lernen wieder erlernen, damit die Individuen und ihre Interessen gestärkt werden.
Auch sprach Kircher Entwicklungsmöglichkeiten im Sektor der Forschung und Entwicklung im Mikroelektronikbereich, des Weiteren im Bereich der Führungsinstrumente und Zeitarbeitsinstrumente, sowie der Gesetzgebung im europäischen sowie gesamtösterreichischen Raum, an.
Zum Abschluss ihres Vortrages sprach Kircher noch den Umstand an, dass es sich bei „Industrie 4.0“ weniger um ein gesamtpolitisches „Problem“ handelt. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen gesellschaftlichen Veränderungsprozess. Die abschließende Fragerunde sowie das anschließende gemeinsame Beisammensein rundeten den Abend, welcher bestimmt nicht der letzte einer solchen Veranstaltung gewesen sein sollte, perfekt ab.